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Mauteinführung auf 1.000 Kilometer Deutscher Bundesstraßen

Die Maut auf Deutschlands Straßen sorgt seit ihrer ersten gedanklichen Nennung Mitte der 1990er Jahre für Unmut im Transportwesen: Wir erinnern uns an die Einführung von Vignetten, den verpatzten Start der Mauteinführung im Jahr 2003 und die Steigerung der Gebühr um 40 Prozent mitten in der Wirtschaftskrise 2009. Und nun werden Transportunternehmen einmal mehr zur Kasse gebeten, denn ab dem 1. August 2012 unterliegen deutschlandweit auch 81 Bundesstraßenabschnitte der umstrittenen Gebühr. Der Bund spricht von einem zusätzlichen Einkommen in Höhe von 100 Millionen Euro, Marcus Hover – stellvertretender Geschäftsführer des Landesverbandes Transportlogistik und Entsorgung – hingegen von einer möglichen Maut-Ungerechtigkeit: „Ich befürchte, dass diese Strecken nicht ausreichend kontrollierbar sind und somit nicht gebietsansässige Unternehmen ohne On Board Unit (OBU) die Gebühr möglicherweise umgehen könnten.“ Denn weitere Mautbrücken sind nicht ge-plant, das System funktioniert einzig über die in den (hierzulande meisten) LKW integrierten Geräte.

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Wohin mit den Kosten?

Die Gebühr soll in erster Linie dabei helfen, den Mautausweichverkehr in den Griff zu bekommen. Davon betroffen sind landesweit etwa 1.000 Kilometer Bundesstraße – und damit natürlich auch Rheinkraft International. Zwar werden NRW-weit nur sieben Strecken bemautet, doch RKI nutzt für ihre nationalen und internationalen Transporte Straßen im gesamten Bundesgebiet. Somit sieht sich das Duisburger Unternehmen insbesondere mit einem Problem konfrontiert: Steigende Kosten. Insbesondere regionale und lokale Unternehmen, die eine solche Strecke nun direkt vor der Haustür haben und sie damit nicht umgehen können, erwarten entsprechend höhere finanzielle Belastungen.

Keine Mauterhöhung bis 2013
Trotz einiger zu erfüllender Voraussetzungen bedeutet das Projekt laut Marcus Hover für etwa 30.000 deutsche Transportunternehmen Mehrkosten. Und: Die betroffenen Bundesstraßen müssen gewährleisten, dass GPS-Signale sauber erfasst werden können, sie müssen mindestens vier Kilometer ohne Abfahrt lang sein, an einer Autobahn liegen, durch einen Mittelstreifen getrennt sein und dürfen nicht durch geschlossene Orte führen. Die Unternehmen setzen nun auf den Einfluss der Landesverbände. Die Rheinkraft als Mitglied im Verband Verkehrswirtschaft und Logistik NRW (VVWL), fühlt sich dank einer breiten Öffentlichkeitsarbeit gut beraten und informiert. Christian Döring, zuständig für den Bereich Marketing und Vertrieb bei der Rheinkraft: „Bei all dem Gezerre um das Thema, in dem ganz unterschiedliche Gruppierungen ganz unterschiedliche Ziele verfolgen, braucht es einen Partner, der es schafft, sich gegen bestimmte Forderungen zu stellen und dazu auch handfeste Argumente liefert.“ Nun, ganz abwenden konnte der VVWL die Mauteinführung auf Bundesstraßen zwar nicht, aber zumindest ein Zugeständnis seitens des Bundesverkehrsministers Dr. Peter Ramsauer ist als Erfolg zu verbuchen: Bis 2013 wird es keine Mautsteigerung geben. Hover: „Das ist eine beruhigende Zusage. Und doch können wir uns keineswegs zurücklehnen, sondern stehen jedem Unternehmen auf Wunsch beratend zur Seite, um individuelle Lösungen zu finden.“ Für eine gerechte Kostenverteilung und einen entspannten Umgang mit der gesamten Thematik.