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Kesselhaus fürs Kraftwerk

Derzeit organisiert die RKI 100 Sondertransporte ins niederländische Eemshaven, um Just in Time überdimensionale Stahlbaukonstruktionsteile für ein neues Kohle-Kraftwerk zu liefern. Es ist ein ungewöhnlich umfangreiches Projekt, welches seit einigen Monaten das Organisationstalent der Rheinkraft fordert. Dabei gilt es, 100Sondertransporte im Auftrag der Züblin Stahlbau GmbH, ein Tochterunternehmen der Ed. Züblin AG, dem Spezialisten im deutschen Hoch- und Ingenieurbau, zu organisieren.

Seit über 100 Jahren bietet Züblin ein umfassendes Leistungsspektrum für Bauvorhaben jeder Art und Größe und kommt dabei auch gerne auf das Know-how der RKI zurück. Ihre Aufgabe beim aktuellen Projekt: Stahlbaukonstruktionsteile mit bis zu 4,60 Meter Breite und 24 Meter Länge vom Fertigungswerk der Züblin Stahlbau GmbH in Hosena bei Dresden nach Eemshaven in den Niederlanden zu bringen. Dort befindet sich ein Kohlekraftwerk im Bau, das anteilig auch mit Biomasse befeuert werden kann und mit einer Bruttoleistung von 1.600 Megawatt ab 2013 ans Netz gehen soll, um jährlich Strom für 3,2 Millionen Haushalte zu erzeugen. So warten die Ingenieure dort bereits auf die sperrigen deutschen Fachwerkteile aus Profilstahl, die für den Rahmenaufbau des Kesselhauses vorgesehen sind. Just in Time müssen sie eintreffen, sodass das Team rund um den Projekt- und Bereichsleiter für das Marktsegment Stahlhandel und Stahl-Servicecenter Dirk Albert genau abwägen muss, wann welche logistischen Schritte anstehen, um die Lieferung zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle abzuschließen: „Sondertransporte bringen eine ganze Reihe Genehmigungen und Sicherheitsmaßnahmen mit sich. Wir müssen also sehr genau darauf achten, welche Teile wann benötigt werden und ihren Transport rechtzeitig in die Wege leiten, damit es nicht zu Verzögerungen kommt“, so Albert.

Hindernisse umgehen
Die komplette termingerechte Planung erfolgt vom RKI-Standort Mülheim aus, über den die Fahrzeuge koordiniert werden. In diesemBild_173.jpg Fall kommen zumeist sogenannte Telesattel zum Einsatz, deren Ladefläche soweit teleskopierbar ist, dass sie die 24 Meter langen Stahlteile auch transportieren können – schließlich ist ein „normales“ Fahrzeug nur bis zu 13,60 Meter lang. Und:
• Sondertransporte dürfen grundsätzlich nur in der Zeit zwischen 22
und 6 Uhr auf den Straßen unterwegs sein.
• Sie müssen mit einem begleitenden Sicherheitsfahrzeug ausrei-
ichend gesichert sein.
• Dieses fährt immer hinter dem Transport und signalisiert den
übrigen Verkehrsteilnehmern VORSICHT.
Natürlich könnten auch enge Kurven oder schmale Baustellen den Transport zum Stoppen bringen, sodass mindestens 14 Tage im Voraus eineSondergenehmigung inklusive Streckenverlauf einzuholen ist. Sie bestätigt schließlich den (theoretisch) reibungslosen Verlauf. „Führt der Weg auch noch durch mehrere Bundesländer, dürfen wir die Fahrzeuge nicht eher starten lassen, bis das OK aus jedem einzelnen Bundesland eingetroffen und der Transport damit von allen Seiten freigegeben ist“, erklärt Albert. Seit einiger Zeit bleibt den Rheinkraft-Mitarbeitern dafür der Gang zum Straßenverkehrsamt erspart, Genehmigungen sowie deren Status können heute elektronisch beantragt und verfolgt werden. Zumindest gilt dies für Strecken innerhalb Deutschlands. Ab der holländischen Grenze gelten wieder andere Regeln: Eine eingeholte Sondererlaubnis gilt dort zum Beispiel nur für ein laufendes Jahr, also bis zum 31.12. Danach verfällt sie und muss neu beantragt werden.
Ein reger Austausch mit dem Kunden hat also bei einem derart aufwändigen Sonderprojekt ganz besondere Priorität. Dazu kommen Weitsicht, Flexibilität und absolute Zuverlässigkeit des gesamten Rheinkraft-Teams. Und so sind bisher bereits vier Fahrzeuge sicher und ohne Komplikationen am Zielort in Eemshaven eingetroffen. Die restlichen Transporte erfolgen bis Ende 2012.